![]() |
|
|
![]() |
Der Anfang |
24. Januar 2008 Die Feier eines Jubiläums setzt Geschichte voraus – Geschichte, die mit einem konkreten Ereignis seinen Anfang nimmt, sich über lange Zeit fortsetzt und mit jeder Stufe ihrer Fortentwicklung an Sinn und Bedeutung gewinnt. |
||
| Die Geschichte der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau begann so unauffällig und für die damalige Öffentlichkeit so unbedeutend, dass außer den unmittelbar Beteiligten kaum jemand Notiz davon nahm und schon gar nicht auf den Gedanken gekommen wäre, es könnte sich dabei um ein Ereignis von zukünftig großer und weltweiter Bedeutung handeln: |
|
|
| Bescheiden und jegliches Aufsehen
vermeidend, setzten am 24. Oktober 1833 die drei Kgl. Bayerischen Lehrerinnen Karolina Gerhardinger, Barbara Weinzierl und Maria Blaß aus Regensburg-Stadtamhof ihren Entschluss in die Tat um und nahmen in einem noch nicht fertig gestellten Gebäude des Oberpfälzer Städtchens Neunburg vorm Wald ihr gemeinsames klösterliches Leben auf. |
|
|
| Wachen Geistes hatten sie die sozialen Probleme ihrer Zeit und vor allem die Bildungsnot der armen Bevölkerung erkannt und waren überzeugt, dass sie wirksam nur dann etwas dagegen tun konnten, wenn sie alle ihr Kräfte und Fähigkeiten vorbehaltlos in den Dienst junger Menschen stellten und durch ihr Leben und ihr Wirken in der Schule die menschenfreundliche Liebe Gottes bezeugten. Das war ihnen nur in klösterlicher Gemeinschaft möglich. |
|
|
| Dem 24. Oktober 1833 vorausgegangen waren durch mehr als fünf Jahre mühevoll sich hinziehende Verhandlungen und zähes Ringen gegen das Unverständnis zuständiger Behörden. Vorausgegangen waren Enttäuschungen und Rückschläge, die jeden nur "vernünftigen" Menschen, zumal eine Frau des 19. Jahrhunderts, bewogen hätten, entmutigt aufzugeben – nicht jedoch Karolina Gerhardinger, die Leiterin und Seele der kleinen Gruppe. | ||
![]() Franz Sebastian Job |
Überzeugt von ihrer Sendung, ließ sie sich weder von der Ablehnung ihrer Klosterpläne durch die Bürger von Stadtamhof noch vom Spott der Neunburger über die "eineinhalb Nonnen" beirren. Sie gab nicht auf, als noch in der Vorbereitungszeit zwei vertraute Gefährtinnen sie verließen; und sie gab auch dann nicht auf, als ihr geistlicher Vater, der Regensburger Bischof Georg Michael Wittmann, am 8. März 1833 starb und ihm im Februar 1834 der väterliche Freund Franz Sebastian Job im Tod folgte, kaum vier Monate nach der Gründung des kleinen Klosters, das er hatte finanzieren wollen. |
![]() Bischof Georg Michael Wittmann |
|
Mittellos, völlig auf sich allein gestellt, doch beseelt von unerschütterlichem Gottvertrauen, ließ sie sich nicht entmutigen, sondern setzte ihre hohe geistige und praktische Begabung ein, um neue Gönner und Förderer zu gewinnen. Mutig wandte sie sich an König Ludwig I. von Bayern und seine Schwester Karolina, die Kaiserin von Österreich, deren Beichtvater Job gewesen war, und hatte damit Erfolg. |
|
| Ihr Glaube und ihr Gottvertrauen wurden nie enttäuscht. Trotz vielgestaltiger Not und gegen alle Widerstände blühte die neue Gründung überraschend schnell auf. Sie überzeugte durch ihre pädagogische Wirksamkeit und zog immer mehr junge Frauen an. Bald erwies sich das kleine Neunburger Kloster als zu klein für die rasch wachsende Gemeinschaft, und nur zehn Jahre nach der Gründung zog Mutter Theresia mit ihren Schwestern 1843 in ein neues Mutterhaus am Anger in der Landeshauptstadt München. |
|
|
Geschichte erweist
sich als wirksam in der Erinnerung.
Wenn wir uns heute,
175 Jahre
nach dem mühseligen und leidvollen Anfang
unserer Kongregation in Neunburg vorm Wald,
an den Mut,
die Tapferkeit,
an die
Selbstlosigkeit
und das unbedingte Gottvertrauen
unserer Gründerin
Karolina, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger
und ihrer ersten
beiden Mitschwestern erinnern,
dann können wir daraus große
Zuversicht schöpfen.
Auch in unserer, obgleich in vielfacher
Hinsicht ganz anderen,
doch keineswegs weniger schwierigen Zeit ist
Jesus,
wie er versprochen hat, mitten unter uns.
Auch heute zeigt
uns Gott seine Wege,
tut er in und durch uns "noch große Wunder" –
wenn wir nur wie unsere
Mutter Theresia uns selbst ganz vergessen
lernen und uns ihr Wort zu eigen machen:
|
||
| "Gottes Sache, sonst nichts liegt uns am Herzen." | ||