Festgottesdienst
zu Ehren der seligen Maria Theresia von Jesu Gerhardinger


am 9. Mai 2011
in St. Jakob am Anger
  Der Festtag und der feierliche Gottesdienst zu Ehren von Maria Theresia Gerhardinger, der Gründerin der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, standen heuer unter dem Thema: "Gerufen und gesandt". Das zeigte schon das Übergroße Kuvert vor dem Altar mit der Aufschrift: "Du bist Brief Christi".
 
 
Beim feierlichen Einzug in die reich geschmückte Kirche gingen Grundschulkinder, in der Hand eine Rose für Mutter Theresia, vor dem Hauptzelebranten, H. Herrn Abt Dr. Johannes Eckert OSB, mit den Konzelebranten Herrn Pfarrer Duswald, Herrn Pfarrer Hendriks, Herrn Pfarrer Ferg, dem H. Diakon Gerhard Stoll und mit den MinistrantInnen.
 
   
  Die schwungvollen rhythmischen Lieder, begleitet von der Schwesternband unter Leitung von Schwester Annemarie Bernhard, schlossen das Thema des Gottesdienstes auf und wurden ergänzt vom feierlichen Orgelspiel durch Schwester Perpetua Gerl.  
   
       
  Schülerinnen der 5. Klasse des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums stimmten dann die Gottesdienstbesucher mit drei Anspielszenen aus dem Alltag ein:  
 
da ging es um ein alte Frau, der geholfen werden sollte,
 
  um eine Ballspielszene, wo ein Kind nicht mitspielen durfte,  
  um einen Fahrradunfall eines Mädchens, das Hilfe brauchte.  
  Eine Schülerin in der Rolle von Jesus rief den Kindern zu: "Komm! Ja, du! Komm! Komm halt, ich brauche dich!" Die beim Namen Genannten folgten der Aufforderung und standen der Hilfsbedürftigen bei.  
  Im Kyrieruf wurde das so dargestellte Thema "Gerufen und gesandt" fortgeführt und um die Bereitschaft gebeten, da zu sein, wenn andere in Not sind.
 
       
       
  Den Lesungstext "Ihr selbst seid mein Empfehlungsbrief ... Ihr seid ein Brief von Christus ... mit dem Geist des lebendigen Gottes geschrieben" (2 Kor 3, 2-3) " konnte Paulus seiner Gemeinde sagen, die ebenfalls dem Ruf gefolgt war und sich senden ließ.  
 
Im Evangelium hörten wir von der Begegnung Maria Magdalenas mit dem auferstandenen Herrn und von ihrer Botschaft, die sie an andere weitergegeben hat: "Ich habe den Herrn gesehen ... und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte."
 
       
 
Zu Beginn seiner Predigt nahm Abt Dr. Johannes Eckert OSB Bezug auf das Anspiel der Schülerinnen und hob die Aktualität dieser Szenen hervor: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung" mit diesem Zitat von Martin Buber stellte er den Gewinn durch menschliche Begegnungen heraus. Immer dann, wenn Menschen spüren, dass sie einander ernstnehmen und offen füreinander sind, entsteht wirkliches Leben.
 
 

Abt Johannes griff dann die Szene des Evangeliums heraus, als Maria Magdalena in ihrer Trauer den Engel am Grab gar nicht sehen konnte. Erst als sie bei ihrem vertrauten Namen angesprochen wurde, spürte sie: Ich bin gerufen und gesandt, die frohe Botschaft weiterzusagen ... Karfreitag ist nicht das Ende. Wir alle brauchen Begegnungen, fuhr der Prediger fort, gerade in allen dunklen Situationen.
 
  Er verwies anschließend auf die selige Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, die in den Schwierigkeiten durchgehalten hat. Der Auseinandersetzung mit Erzbischof Reisach folgte aber die ermutigende Begegnung mit König Ludwig, den sie für ihr Werk gewinnen konnte. Ihr Leben zeigt, dass Gott in Begegnungen den ganzen Menschen fordert und dass Geduld und Ausdauer zu einem erfüllenden Weg gehören. Mit dem Zitat von der seligen Mutter Theresia: "Alle Werke Gottes gehen langsam und leidvoll vor sich, dann aber stehen sie umso fester und blühen desto herrlicher auf" beendete der Prediger seine Ansprache.  
       
  Bei der Gabenprozession brachten die Schülerinnen der Theresia-Gerhardinger-Grundschule Symbole zum Altar: einen Krug mit Traubensaft, einen Laib Brot, ein Herz, einen Erste-Hilfe-Koffer, eine Schale mit Wasser, einen Korb mit Inhalt, einen Frühlingsstrauß. Dies alles verdeutlichte, was die von Jesus Gesandten den Menschen bringen sollen: erbarmende Liebe und heilende Worte, guten Geist und offene Gespräche, Hilfsbereitschaft und Solidarität, Verständnis und wertschätzende Begegnungen.  
   
   
       
  Nach der Kommunion interpretierte eine Kandidatin den Satz aus der Lesung: "Ihr seid ein Brief Christi": Es ist die Eucharistie, die uns zeigt, dass Christus uns liebt, so dass er uns wie einen Brief senden kann, geprägt vom Geist des lebendigen Gottes.  
  Als Zeichen für diese Erfahrung verteilten Schülerinnen an die Gottesdienstbesucher kleine Briefe, die zum sofortigen Lesen einluden: "Ich liebe dich und die Menschen, und ich traue dir zu, dass du diese Botschaft weiterträgst."  
       
  Nach dem Schlusssegen dankte Schwester Charlotte H. H. Abt Johannes, den Konzelebranten, dem liturgischen Dienst und allen, die den Gottesdienst vorbereitet und gestaltet haben, und lud alle noch zur Begegnung ins Vestibül und in den Garten ein.  
       
  Am Grab von Mutter Theresia betete der Zelebrant. "Dreifaltiger Gott, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger hat sich mutig und entschlossen den Herausforderungen ihrer Zeit gestellt. Auf ihre Fürsprache befähige auch uns, die Nöte unserer Mitmenschen zu sehen und darauf zu antworten. Hilf uns, durch unser Leben die Liebe Gottes sichtbar und spürbar zu machen. Erhöre unsere Bitten durch Christus unseren Herrn. Amen"  
   
       
  Die Kinder, die beim Gottesdienst mitgewirkt hatten, freuten sich über eine kleine Süßigkeit.  
       
  Viele Besucher trafen sich noch zur Begegnung im sonnigen Klostergarten und genossen Erfrischungen und spontanes Spiel eine Vielfalt von Leben und Begegnung erfreute alle Gäste. Dank der vielen Helfer war es ein gelungener Nachmittag zu Ehren unserer seligen Mutter Theresia.