Für einen beschwingten Auftakt sorgte das Große Orchester mit dem Konzertwalzer „Geschichten aus dem Wienerwald“, zu dem vier Balletttänzerinnen graziös tanzten.
   

Sr. Salome Strasser, die Provinzoberin,
begrüßte die ca. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr herzlich, nannte die einzelnen Einrichtungen – von der Kinderkrippe,
Kindergarten,
Hort und
Heim über die
Schulen (Grundschule, Realschulen, Gymnasium, Berufsfachschule und Fachakademie für Hauswirtschaft, Fachakademie für Sozialpädagogik) bis zu
Studentinnenwohnheimen) und wies auf die
Bayerische Provinz mit ihren 49 Gemeinschaften hin.

Einen extra Gruß richtete sie an die anwesenden Schülerinnen, „stellvertretend für die vielen tausend Kinder, Schülerinnen und jungen Frauen, denen unser aller pädagogisches Wirken gilt. Die jungen Menschen sind Anlass für unser Beisammensein heute – mit ihnen und für sie wollen wir ‚gemeinsam Zukunft gestalten’.“
Mit großem Können und jugendlichem Schwung führten die Schülerinnen die einzelnen Nummern vor, die unter „Bewegt in die Zukunft“ zusammengefasst waren: Einrad – Hip-Hop – Flamenco – Akrobatik – Tanz.

In seinem ersten Referat brachte Herr Dr. Beer Grundsätzliches zum Leitbild. Er bezog die Spielerinnen vom Orchester mit ein und veranschaulichte damit einen Aspekt seiner Ausführungen. Er ließ jede auf sein Zeichen hin ihren Lieblingston spielen, was natürlich eine große Dissonanz ergab.
Übertragen auf das Leitbild führte er aus, die verschiedenen Ideen und Vorstellungen müssen sich zu einem harmonischen Ganzen ergänzen, Kommunikation ist notwendig, es braucht eine Leitung, Leitlinien.
Anhand von sechs Punkten erläuterte er die Funktion eines Leitbildes, z. B. Corporite Identiy, Orientierungshilfe, Qualitätssicherungsmaßnahmen, Richtlinien für den Umgang miteinander ...
Neben den pädagogischen Standards, die alle zu erfüllen haben, drückt das Profil das Spezifische der Schulschwestern-Ausrichtung in der pädagogischen Arbeit aus mit den vier Schwerpunkten:
1) verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung,
2) geschlechtergerechte Erziehung,
3) Dialog der Religionen und Kulturen,
4) Sorge um Benachteiligte.
 

 

 

Mit diesen Schwerpunkten am Puls der Zeit zu sein und gleichzeitig den Auftrag der Gründerin weiterzuführen, verdeutlichte die PowerPoint-Präsentation „Maria Theresia von Jesu Gerhardinger – Quellen und Visionen“.

Mutter Theresia gründete die Armen Schulschwestern für die Erziehung und Bildung von Mädchen und jungen Frauen.

Wir erfahren geschlechtergerechte Erziehung als große Herausforderung. Das heißt,
-  sich mit den Rollenbildern von Mann und Frau auseinandersetzen,
-  Möglichkeit geben, einen entsprechenden Lebensstil zu entwickeln.

 
Mutter Theresia gab den Armen den Vorrang.

Wir machen die Sorge um Benachteiligte zu unserem besonderen Anliegen. Das heißt,
-  die verschiedenen Gesichter der Armut erkennen,
-  sich auf die Not der uns Anvertrauten einlassen.

Mutter Theresia lebte im Einklang mit der Schöpfung.

Wir sehen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung als Gebot der Stunde. Das heißt,
-  Freude an der Schöpfung wecken,
-  nachhaltigen Lebensstil einüben,
-  sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Mutter Theresia war aufgeschlossen für andere Kulturen und Religionen.

Wir stellen uns dem Dialog der Religionen und Kulturen. Das heißt,
-  wissen, wozu man steht,
-  zu dem stehen, wovon man überzeugt ist,
-  offen auf die Anderen zugehen.

Ihre Vision lebt.
--- Gemeinsam Zukunft gestalten      
--- unser Auftrag – unsere Chance       
--- heute

Nach dem Orchesterstück Music from „The Lord Of The Dance“ ging Dr. Beer auf die Schwerpunkte aus theologischer Sicht ein. Schülerinnen, die er auf die Bühne holte, ließ er jeweils verschiedene Eigenschaften darstellen: fromm, fleißig, sozial, entspannt, wütend, widerspenstig ... Er führte weiter aus, dass man nur in der Gesamtschau dem Menschen gerecht wird, der – wie die ganze Schöpfung – von Grund auf gut ist. Gott bejaht jeden Einzelnen, unabhängig von seinem Geschlecht; ihn in seiner Würde zu achten und ihn zu fördern, ist unser Auftrag. Dazu gehört auch die Integration von Kindern und Jugendlichen, die im Abseits stehen, aus welchen Gründen auch immer.
 
Mit „Meet the Flintstones“ setzte das Orchester einen flotten Abschluss des Vormittags.
 

 

In der Mittagszeit wurden die zahlreichen Gäste von der Klosterküche und vielen Helferinnen rasch und gut verköstigt. Es blieb Zeit zum Austausch und zur Begegnung, Interessierte schlossen sich den Führungen durch Kindergarten und Schulen, Sendungsraum und Krypta an.
   

Das Programm am Nachmittag eröffneten zwei Harfenspielerinnen mit drei brillanten Stücken.

Die dritte Einheit nutzte Herr Dr. Beer, die Begriffe Bildung und Erziehung zu veranschaulichen und die pädagogischen Standards mit Inhalt zu füllen. Anhand einer Wertepyramide zeigte er den Zusammenhang von Wert-Norm-Gesetz-Gewohnheit auf und gab zu bedenken, dass der Begriff Wertevermittlung nicht zutreffe, sondern Kindern und Jugendlichen Werterfahrungen ermöglicht werden sollen.
 

Dem Leitbild komme eine große Bedeutung zu, führte er aus, und soll eine Zielvorgabe sein, die zu erreichen angestrebt wird. Doch gleichzeitig relativierte und betonte er, dass in der pädagogischen Arbeit das Kind im Mittelpunkt stehe, dass es gilt, Kinder und Jugendliche für das Leben stark zu machen. Dazu braucht es den Lehrer, die Lehrerin und Erzieherin mit ihrer Persönlichkeit als Vorbild.
 
Kräftiger Applaus bekräftigte den Dank, den Schwester Salome an den Referenten aussprach.